Krypto-Mining in der Schweiz – wie funktioniert Mining und lohnt es sich?
Das Schürfen von Kryptowährungen, auch Mining, ist einer der wichtigsten Mechanismen hinter Bitcoin und anderen Kryptowährungen, die das Proof-of-Work-Verfahren nutzen. Es sind die Miner, die dabei helfen, Transaktionen zu bestätigen, das Blockchain-Netzwerk zu sichern und neue Blöcke hinzuzufügen. Im Gegenzug können sie Kryptowährungen sowie Transaktionsgebühren erhalten.
Noch vor gut einem Jahrzehnt konnte man Bitcoin auf einem gewöhnlichen Computer minen. Heute sieht die Situation völlig anders aus. Der zunehmende Wettbewerb, die hohe Rechenleistung des Netzwerks und die Energiekosten haben dazu geführt, dass professionelles Bitcoin-Mining spezielle Hardware erfordert.
In der Schweiz spielen insbesondere die Strompreise eine wichtige Rolle, da Strom zu den grössten Kostenfaktoren beim Mining gehört. Deshalb sollten Sie vor dem Kauf eines Mining-Geräts genau berechnen, ob sich dessen Betrieb wirtschaftlich lohnt.
Was ist Krypto-Mining?
Krypto-Mining ist ein Prozess, der von Blockchains mit dem Konsensmechanismus Proof of Work (PoW) genutzt wird. Die am Netzwerk beteiligten Computer führen eine enorme Zahl von Berechnungen durch und versuchen, eine Lösung zu finden, mit der der nächste Block erstellt werden kann.
Ein Miner, der die richtige Lösung findet, kann einen neuen Block vorschlagen. Die übrigen Netzwerkteilnehmer prüfen ihn, und nach der Bestätigung wird der Block in der Blockchain gespeichert.
Das Mining erfüllt gleichzeitig mehrere Funktionen:
- bestätigt und ordnet Transaktionen
- trägt dazu bei, dass dieselben Mittel nicht doppelt ausgegeben werden
- schützt die Blockchain vor Manipulationen
- ermöglicht die Ausgabe neuer Einheiten bestimmter Kryptowährungen
- bietet denjenigen, die Rechenleistung zur Verfügung stellen, einen wirtschaftlichen Anreiz
Bei Bitcoin erhält der Miner, der einen Block erfolgreich findet, derzeit 3,125 BTC sowie die in diesem Block enthaltenen Transaktionsgebühren. Die Blockbelohnung wird im Rahmen des Bitcoin-Halvings etwa alle vier Jahre reduziert.
Wie funktioniert das Mining von Kryptowährungen?
Vereinfacht lässt sich der Vorgang in mehreren Schritten darstellen.
- Die Nutzer führen Transaktionen durch. Nicht bestätigte Transaktionen gelangen ins Netzwerk und warten darauf, in einen Block aufgenommen zu werden.
- Die Miner stellen die Kandidaten für den nächsten Block zusammen, indem sie Transaktionen auswählen, die darin enthalten sein könnten.
- Mining-Geräte führen kryptografische Berechnungen durch. Die Hardware erzeugt eine enorme Zahl von Hashes und versucht, ein Ergebnis zu finden, das die Anforderungen des Protokolls erfüllt.
- Der erfolgreiche Miner veröffentlicht den Block. Die übrigen Knoten überprüfen dessen Richtigkeit. Der Block wird in die Blockchain aufgenommen, und der Miner erhält die ihm zustehende Belohnung sowie die Gebühren.
Bitcoin passt die Mining-Schwierigkeit automatisch so an, dass trotz Veränderungen der gesamten Rechenleistung des Netzwerks neue Blöcke im Durchschnitt in einem ähnlichen Tempo entstehen. Mehr Mining-Geräte im Netzwerk führen daher nicht einfach zu einer proportional höheren Menge an geschürften Bitcoins.
Kann jede Kryptowährung geschürft werden?
Nein. Das klassische Mining betrifft in erster Linie Kryptowährungen, die das Proof-of-Work-Verfahren nutzen.
Das bekannteste Beispiel ist Bitcoin. Andere Kryptowährungen können andere Algorithmen verwenden und das Mining mit ASICs, Grafikkarten oder Prozessoren ermöglichen.
Ein wichtiges Beispiel ist Ethereum. Im Internet finden sich noch immer ältere Anleitungen zum Mining von ETH mit Grafikkarten, diese sind jedoch nicht mehr aktuell. Ethereum wechselte am 15. September 2022 von Proof of Work zu Proof of Stake, weshalb ETH nicht mehr durch klassisches Mining geschürft werden kann. Das Netzwerk wird heute von Validatoren mittels Staking gesichert.
Was ist ein Krypto-Miner?
Ein Krypto-Miner ist ein Gerät, das die für das Mining erforderlichen Berechnungen ausführt. Dabei kann es sich um einen Computer mit Prozessor oder Grafikkarten handeln; in grossen Netzwerken kommt heute jedoch vor allem spezialisierte Hardware zum Einsatz.
ASIC-Miner
ASIC (Application-Specific Integrated Circuit) ist ein Gerät, das für die Durchführung einer bestimmten Art von Berechnungen entwickelt wurde. Im Falle von Bitcoin sind ASICs für den SHA-256-Algorithmus optimiert.
ASICs sind heute die Standardhardware für professionelles Bitcoin-Mining. Sie bieten eine enorme Rechenleistung, haben aber auch Nachteile: hohe Anschaffungskosten, hohen Stromverbrauch, Wärme- und Geräuschentwicklung sowie begrenzte Einsatzmöglichkeiten ausserhalb des Minings.
GPU-Miner
Ein GPU-Miner nutzt eine oder mehrere Grafikkarten. Solche Konfigurationen waren jahrelang bei privaten Minern beliebt, da man die Karten relativ einfach austauschen und zwischen verschiedenen Kryptowährungen wechseln konnte.
GPUs sind für bestimmte Proof-of-Work-Projekte weiterhin nützlich, aber für das reguläre Bitcoin-Mining heute nicht mehr konkurrenzfähig.
CPU-Mining
In den ersten Jahren von Bitcoin wurden Computerprozessoren für das Mining eingesetzt. Heute ist ihre Rechenleistung für BTC jedoch bei Weitem zu gering. CPU-Mining ist nur noch in einigen anderen Netzwerken möglich, die so konzipiert sind, dass der Vorteil spezialisierter Hardware begrenzt wird.
Bitcoin-Miner und normaler Computer – worin liegt der Unterschied?
Ein gewöhnlicher Computer wurde für die Ausführung vieler verschiedener Aufgaben entwickelt. Ein ASIC-Miner hingegen führt praktisch nur eine Art von Operation aus, tut dies jedoch unvergleichlich schneller und effizienter.
Deshalb ist es wirtschaftlich meist nicht sinnvoll, einen sehr leistungsstarken Gaming-PC nur für das Bitcoin-Mining zu kaufen.
Sie können jedoch ein kleines Gerät zu Lernzwecken oder einen sogenannten Lottery Miner betreiben und so die technischen Grundlagen des Bitcoin-Netzwerks kennenlernen. Die Chance, mit sehr geringer Rechenleistung selbst einen Block zu finden, ist allerdings extrem klein.
Wie fängt man mit dem Mining von Kryptowährungen an?
Bevor man einen Miner in Betrieb nimmt, sollte man das Mining als geschäftliche Investition betrachten und nicht als Möglichkeit, schnell und sicher Geld zu verdienen.
1. Wählen Sie eine Kryptowährung aus
Prüfen Sie zunächst, ob das ausgewählte Netzwerk weiterhin Proof of Work verwendet und welchen Algorithmus es nutzt. Davon hängt ab, welche Art von Hardware Sie benötigen.
2. Berechnen Sie die Energiekosten
Ermitteln Sie den tatsächlichen Preis pro kWh an Ihrem Wohnort. In der Schweiz können die Tarife je nach Gemeinde und Energieversorger erheblich variieren.
3. Wählen Sie die Hardware aus
Achten Sie beim Kauf eines Mining-Geräts vor allem auf Folgendes:
- Hashrate
- Leistungsaufnahme
- Energieeffizienz
- Preis des Geräts
- Geräuschpegel
- Anforderungen an die Stromversorgung und Kühlung
Die höchste Hashrate bedeutet nicht immer, dass ein Miner am rentabelsten ist. Entscheidend ist die Anzahl der Rechenoperationen, die pro verbrauchtem Watt Energie erzielt wird.
4. Richten Sie ein Krypto-Wallet ein
Sie benötigen eine Adresse, an die die geschürften Kryptowährungen ausgezahlt werden. Bei grösseren Beträgen lohnt es sich, ein Wallet in Betracht zu ziehen, bei dem Sie die privaten Schlüssel selbst kontrollieren.
5. Wählen Sie einen Mining-Pool aus
Angesichts der derzeitigen Grösse des Bitcoin-Netzwerks ist das eigenständige Mining, also Solo-Mining, für einen kleinen Miner sehr unberechenbar.
Deshalb schliessen sich die meisten Teilnehmer einem Mining-Pool an. Ein Pool bündelt die Rechenleistung vieler Miner und verteilt die erzielten Belohnungen proportional zum geleisteten Beitrag, in der Regel nach Abzug der Pool-Gebühr.
6. Überwachen Sie die Ergebnisse
Überwachen Sie nach dem Start des Miners die Temperaturen, den Stromverbrauch, die Hashrate, Ausfälle sowie den tatsächlichen Ertrag. Die Rentabilität kann sich auch dann ändern, wenn der Miner selbst unverändert weiterläuft.
Solo-Mining, Mining-Pool oder Cloud-Mining?
Es gibt drei grundlegende Möglichkeiten, am Mining teilzunehmen.
Solo-Mining bedeutet, dass ein Miner allein versucht, einen vollständigen Block zu finden. Gelingt ihm das, muss er die Belohnung nicht mit anderen teilen. Bei geringer Rechenleistung kann die Wartezeit jedoch sehr lang sein.
Mining-Pool bündelt die Rechenleistung vieler Teilnehmer. Die Auszahlungen sind kleiner, dafür aber wesentlich regelmässiger. Für kleinere Miner ist dies in der Regel die praktischere Lösung.
Cloud-Mining besteht darin, Rechenleistung von einem externen Unternehmen zu kaufen oder zu mieten. Der Nutzer muss keinen eigenen Miner besitzen, verliert jedoch die Kontrolle über die Hardware und trägt das mit dem Betreiber verbundene Risiko.
Beim Cloud-Mining ist besondere Vorsicht geboten, wenn hohe oder garantierte Gewinne versprochen werden. Schweizer Behörden warnen wiederholt vor Online-Investitionsangeboten, die schnelle und hohe Renditen versprechen. Die FINMA hat zudem Verfahren zu Finanzierungsmodellen für Mining-Aktivitäten über Verträge mit Investoren geführt.
Lohnt sich Krypto-Mining in der Schweiz?
Dies ist die wichtigste Frage für Personen, die den Kauf eines Mining-Geräts in Betracht ziehen.
Das Ergebnis wird vor allem durch folgende Faktoren beeinflusst:
- Strompreis
- Leistung des Mining-Geräts
- aktuelle Mining-Schwierigkeit
- Gesamt-Hashrate des Netzwerks
- Preis der geschürften Kryptowährung
- Belohnung für einen Block
- Transaktionsgebühren
- Gebühr des Mining-Pools
- Kosten für Kühlung und Belüftung
- Ausfälle und Wartung
- Wertverlust der Hardware
- Steuern
Laut ElCom liegt der Median des Gesamtstrompreises für einen typischen Schweizer Haushalt im Jahr 2026 bei 27,7 Rappen pro kWh. Die tatsächlichen Kosten hängen jedoch von der Gemeinde, dem Netzbetreiber und dem Verbrauchsprofil ab.
Ein einfaches Beispiel verdeutlicht dies sehr gut.
Wenn ein Mining-Gerät dauerhaft 3,5 kW Leistung aufnimmt, verbraucht es innerhalb von 30 Tagen ungefähr:
3,5 kW × 24 Stunden × 30 Tage = 2'520 kWh.
Würde man dafür näherungsweise den Medianwert von 27,7 Rp./kWh ansetzen, lägen allein die Stromkosten bei etwa:
2'520 × 0,277 CHF = 698 CHF pro Monat.
Dabei sind die Kosten für den Kauf des Mining-Geräts, Pool-Gebühren, Kühlung, Wartung und Steuern noch nicht berücksichtigt.
Das bedeutet nicht, dass sich Mining in der Schweiz niemals lohnt. Ganz anders kann es bei einer Anlage aussehen, die Zugang zu günstigerer Energie hat, Strom selbst erzeugt oder die von den Geräten erzeugte Wärme praktisch nutzen kann. Bei einem Standard-Haushaltstarif ist der Kauf von Hardware ohne vorherige Kalkulation sehr riskant.
Das einfachste Berechnungsmodell sieht wie folgt aus:
Gewinn = Mining-Ertrag – Stromkosten – Gebühren – Kühlung und Wartung – Abschreibung der Hardware – Steuern.
Diese Kalkulation sollte regelmässig aktualisiert werden, da sich der Kurs der Kryptowährung, die Mining-Schwierigkeit und der Wettbewerb im Netzwerk verändern.
Ist Krypto-Mining in der Schweiz legal?
In der Schweiz gibt es kein generelles Verbot für Krypto-Mining. Das Bundesamt für Statistik berücksichtigt Mining sogar bei der Klassifizierung wirtschaftlicher Tätigkeiten, und die Eidgenössische Steuerverwaltung erläutert detailliert, wie Einkünfte aus Proof of Work besteuert werden. Somit lässt sich festhalten, dass Mining in der Schweiz grundsätzlich keine verbotene Tätigkeit ist. Eine konkrete Anlage kann jedoch weiteren Anforderungen in Bezug auf die gewerbliche Tätigkeit, Elektroinstallationen, Gebäude, Lärmschutz oder Sicherheit unterliegen.
Eine andere Situation kann eintreten, wenn ein Unternehmen Kundengelder entgegennimmt, Investitionen in das Mining anbietet oder andere Finanzdienstleistungen erbringt. In diesem Fall muss das Geschäftsmodell auch im Hinblick auf die Finanzmarktvorschriften und allfällige Anforderungen der FINMA geprüft werden.
Wo sollten geschürfte Kryptowährungen aufbewahrt werden?
Die Belohnungen aus dem Mining werden an die angegebene Adresse des Krypto-Wallets gesendet.
Bei kleineren Beträgen kann eine Mobile- oder Desktop-Wallet praktisch sein. Bei grösseren Beständen lohnt es sich, eine Hardware-Wallet in Betracht zu ziehen, bei der die privaten Schlüssel nicht auf einem ständig mit dem Internet verbundenen Gerät gespeichert werden müssen.
Unabhängig von der Art des Wallets ist die sichere Aufbewahrung der Seed-Phrase und der privaten Schlüssel von grösster Bedeutung. Ihr Verlust kann den dauerhaften Verlust des Zugriffs auf die Kryptowährung bedeuten.
Lohnt sich der Kauf eines Krypto-Miners?
Für die meisten Menschen in der Schweiz ist der Kauf eines Mining-Geräts allein in der Erwartung eines einfachen passiven Einkommens kein sinnvoller Ausgangspunkt.
Mining kann sinnvoll sein, wenn Sie über Folgendes verfügen:
- realistisch kalkulierte Energiekosten
- Zugang zu leistungsfähiger Hardware
- entsprechende technische Voraussetzungen
- die Möglichkeit, Wärme abzuführen oder zu nutzen
- Bewusstsein für das Risiko von Kursschwankungen und Veränderungen der Mining-Schwierigkeit
- langfristiger Betriebsplan
Für Personen, die in erster Linie Bitcoin besitzen möchten, kann sich zeigen, dass der direkte Kauf von BTC einfacher ist als der Kauf eines Mining-Geräts, die laufenden Stromkosten und der Betrieb einer Mining-Infrastruktur. Auch die Schweizer Vergleichsplattform moneyland.ch weist darauf hin, dass die Rentabilität des Minings davon abhängt, ob der Wert der geschürften Bitcoins die Stromkosten und die Investition in die Hardware übersteigt.
Das Mining bleibt jedoch ein äusserst wichtiger Bestandteil von Bitcoin. Dank des wirtschaftlichen Wettbewerbs zwischen den Minern kann das Netzwerk Transaktionen bestätigen und die Blockchain sichern, ohne dass es einer zentralen Instanz bedarf.
Technisch ist eine Teilnahme am Mining auch mit sehr geringer Rechenleistung möglich. Allerdings ist ein normaler Computer heute gegenüber spezialisierten ASIC-Minern nicht konkurrenzfähig. Für effizientes Bitcoin-Mining wird spezialisierte Mining-Hardware eingesetzt.
GPUs spielten in der Geschichte des Bitcoin-Minings eine wichtige Rolle, wurden inzwischen jedoch durch deutlich leistungsfähigere ASIC-Miner verdrängt. Grafikkarten können weiterhin für das Mining bestimmter anderer Proof-of-Work-Kryptowährungen eingesetzt werden.
Nein. Ethereum ist am 15. September 2022 auf Proof of Stake umgestellt worden. Das klassische Mining von ETH wurde eingestellt, und das Netzwerk wird nun von Validatoren gesichert.
Der Verbrauch hängt vom jeweiligen Gerät ab. Bei einer Leistungsaufnahme von 3,5 kW entspricht ein Dauerbetrieb über 30 Tage einem Verbrauch von rund 2'520 kWh Strom. Deshalb hat der Preis pro kWh einen enormen Einfluss auf die Rentabilität des Minings.
Ja. Die Eidgenössische Steuerverwaltung weist darauf hin, dass Vergütungen aus Proof-of-Work-Mining steuerbares Einkommen darstellen. Sind die Voraussetzungen für eine selbstständige Erwerbstätigkeit erfüllt, können sie als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit gelten.
